Lucien, ein Gründer und Geschäftsführer hat zweipol zum Juli 2012 verlassen. Lucien hat zweipol geprägt und oft repräsentiert — sein Weggehen ist eine Zäsur.
Das ist ein naheliegender Zeitpunkt um sich über die Stärken und Schwächen der eigenen Firma Gedanken zu machen. Ich habe das in den letzten Jahren nicht oft genug gemacht. Ich habe keinen Elevator-Pitch, um mich daran festzuhalten, aber dafür das Gefühl, dass wir stärker als noch vor einem Jahr das verkörpern, was zweipol ausmacht.
Also — was macht zweipol aus?
Schwierig zu beschreiben. Kein Teil unserer Leistungen nimmt einen so zentralen Platz ein, dass man von einem echten Schwerpunkt sprechen könnte. Das Angebot ist nicht untypisch für einen Dienstleister in unserer Branche. Wir sind ziemlich gut ;) — aber wir sind eher Generalisten. Die Spezialisten, die in den letzten Jahren entstanden sind, beackern ähnliche Themen wie wir — jeder einzelne „sein“ Thema umfassender, als wir es tun, aber dafür oft mit den entsprechenden Scheuklappen.
„zweipol, die Spezialisten für…“ ist es also nicht — was dann?
Es sind die Menschen, die hier zusammen an den Projekten arbeiten. Bisschen platt aber wahr. Jetzt sind gerade ein paar nicht unwichtige weg und neue da. Ist dann zweipol anders?
Jein.
Agenturen ohne Produkt sind nicht mehr und nicht weniger als der Querschnitt ihrer Mitarbeiter (hat der Freund eines Freundes mal so ähnlich gesagt).
Ich bin versucht zuzustimmen. Mir fehlt ein Aspekt: Die selben Leute können sehr unterschiedlich drauf sein. Inspiriert oder dröge, motiviert oder „Dienst nach Vorschrift“. Ich habe das in den letzten Jahren ein paar mal gesehen, oft mit den gleichen Menschen in verschiedenen Firmen. Dann ist der Querschnitt halt auch nur der Querschnitt des ausgeschöpften Potenzials.
Was bleibt dann von zweipol, wenn Mitarbeiter kommen und gehen?
Eine besondere Kultur und ein besonderer Stil. Eine Projekt-, Arbeits- und Diskussionskultur. Eine Streitkultur. Wenn’s klappt (es klappt natürlich nicht immer), gibt es bei uns eine Atmosphäre, in der unterschiedliche Persönlichkeiten ihr Wissen und Können, ihre Kreativität und Erfahrung so einbringen können, dass das Ergebnis von ihnen geprägt ist und gleichzeitig einen zweipol-Stil verkörpert, der über die individuelle Sichtweise hinausgeht.
Eine solche Kultur, die nicht mit wenigen Einzelpersonen steht und fällt und gleichzeitig offen für individuelle Initiativen ist, ist etwas Besonderes. Es ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Gründe uns zu beauftragen und mit uns zu arbeiten — und es ist natürlich auch ein guter Grund bei uns zu arbeiten.
Und was macht diesen zweipol-Stil aus? Wie kann man sich einem so diffusen Markenversprechen nähern?
Eine Möglichkeit könnte es sein, Einblicke zu gewähren — Einblicke in den zweipol-Alltag und in die Interessen von zweipol-Mitarbeitern. Wir versuchen, diese Einblicke zu ermöglichen, indem wir diesen Blog in Zukunft ganz anders als früher benutzen. Statt einem Kommunikationskanal der Firma selbst (mit dem Ergebnis, dass die Themen kompromissbehaftet, konfliktarm und eher belanglos sind), wird es eine Veröffentlichungsplattform und eine Kommunikationsmöglichkeit für uns. Es gibt sehr wenige Einschränkungen (im Wesentlichen: nichts Illegales, keine Beleidigungen, keine direkte Kundenschelte, keine Geschäftsgeheimnisse).
Vom Corporate Blog zum Collective Blog.
Die Meinungen sind nicht die „Firmenmeinungen“ von zweipol — Widersprüche sind wahrscheinlich. Jeder Mitarbeiter, der das möchte, kann Posts schreiben. Wenn niemand was zu sagen hat, wird nichts gesagt.
Es liegt in der Natur dieses Versuchs, dass dieser Post der letzte Post sein könnte ;-).









